Besuch!

Letztes Wochenende hatte ich mal wieder Besuch aus Deutschland zu gast in Shanghai! Eine Chance für mich mich mal wieder meinem Nebenjob als Reiseführer nachzugehen 🙂

Am ersten Tag  ging es zunächst in den XuiJiaHui Park keine 500m von meiner Wohnung entfernt. Am Morgen trifft man hier auf relativ viele Anwohner, welche sich im Tai Chi üben. Abends wird gemeinsam in Gruppen von gut und gerne hundert Personen getanzt. Er ist einer der Dreh- und Angelplätze der näheren Umgebung und ein Großteil des öffentlichen Lebens findet dort statt. Nach einer kräftigen Suppe als Frühstück machten wir uns auf nach TianZiFang, ein kleines Altstadtviertel welches auf jeden Fall zu meinen liebsten Ecken von Shanghai zählt. Und nein, das liegt nicht nur an den Panda-Cheese-Cakes … Die heiße Schokolade „Chocolate Bomb“ der Kommune hat mindestens genauso viel damit zu tun! Anschließend ging es zur Aussichtsplattform auf dem Shanghai Tower, dem mit 632 Metern Höhe zweit höchstem Wolkenkratzer der Welt. Funfact: Die Aussichtsplattform ist übrigens die höchste der Welt, auf ca 560 m da die auf dem Burj Khalifa „nur“ auf 555 m liegt 😉 Leider war die Luft nicht die beste und die Fenster nicht geputzt wie ihr sicher auf dem ein oder anderen Bild erkennen könnt … Nachdem wir den Fußgängertunnel zurück nach Puxi genommen haben ging’s zum Korean BBQ den Bund entlang. Der Selfiestop hätte uns beinahe den Tisch gekostet, war’s aber wert wie ich finde! Zum Ausklingen lassen ging es noch in die Bar Vue im Hyatt on the Bund, der Bar mit dem meiner Meinung nach einfach besten Blick auf den Bund, welcher sich hier in seiner ganzen Pracht zeigt. Um das genießen zu können sollte man sich allerdings mit dem Abendessen nicht all zu viel Zeit lassen, denn ab 22 Uhr ist Schluss mit der Lightshow und die Bar verliert dann doch etwas an Reiz.

Der zweite Tag begann mit einer „kleinen“ Runde durch die Former French Concession, dem ehemaligen französischen Viertel. Die FFC beginnt auf der anderen Straßenseite meiner Wohnung und erstreckt von XuiJiaHui bis zum 5 km entfernten People Square und als dünner Streifen sogar bis zum Bund. Ob man gerade in oder außerhalb von ihr ist ist meist nicht ganz klar definiert … Allerdings gibt es ein paar recht eindeutige Erkennungsmerkmale: Hat die Kreuzung fünf statt vier Straßen und / oder sind alle Straßen von Platanen gesäumt kann man davon ausgehen in der FFC zu sein. Das Viertel, welches offiziell gar kein eigenständiges Stadtviertel ist, ist bei Expats sehr beliebt. Es hat einen sehr südeuropäischen Charme, niedrige Bebauung und ist vergleichsweise ruhig. Mittlerweile ist es durch eine Vielzahl an Restaurants, Cafés, Bars und Clubs eine der Top Locations um in Shanghai abends weg zu gehen. Außerdem findet man hier noch relativ viel gut erhaltene Gebäude im Stile des Art Deco. Ein Teil des Viertels wurde kürzlich hochwertig renoviert und beheimatet nun eine der teuersten Shoppingmeilen Shanghais, XinTianDi. Hier sind tatsächlich noch einige der ursprünglichen Shikumen Häuser erhalten welche einst 60% von Shanghai bedeckten. Es handelt sich dabei um 2-3 stöckige Stadthäuser, welche üblicherweise in Reihen gebaut wurden. Das entscheidende Merkmal ist der kleine Hof welcher von einer hohen steinernen Mauer eingefasst wird und den Eingangsbereich der Häuser darstellt. In XinTianDi wurde ein solches vollständig restauriert und authentisch ausgestattet und steht nun als Museum der Öffentlichkeit zur Verfügung. XinTianDi ist außerdem ein sehr beliebter Hintergrund auf den Selfies der social media verrückten Chinesinnen. Wir mussten deren Vorbild natürlich folgen und ich muss sagen, so abwegig ist das nicht 😀 Nach einem weiteren Abstecher zum Bund in ein kleines Café, versteckt in einer Wohnung, ging es über die Nanjing Road zurück zum Dumpling essen nach XuJiaHui. Anschließend tauchten wir in das Shanghai-er Nachtleben ab und besuchten die ein oder andere schummrige Location in der French Concession.

Der letzte Tag begann dann doch etwas später als die bisherigen … Der vorherige Tag hatte mit den ein oder anderen, gelaufenen Kilometern, Tanzen und später Stunde Spuren hinterlassen. Na gut, vielleicht war der BaiJiu mit 50% auch nicht ganz unschuldig … Jedenfalls schälten wir uns später aus den Betten als geplant was allerdings auch nicht so tragisch war, hatten wir doch nur noch einen Punkt auf unserer Tagesordnung: den LongHua Tempel. Leider war weder die Luft noch das Wetter an diesem Tag sonderlich gut, so dass ich kaum Bilder von unserem Besuch gemacht habe. Ich hoffe ihr verzeiht mir deshalb, dass ich hier ein Bilder von vor einem Jahr einbinde, sie werden der Stimmung dort aber immer noch gerecht 🙂 Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem Besuch in einem Hotpot Restaurant. Hotpot ist eine Art chinesisches Fondue bei welchem man allerdings in einer trüben Suppe mit Stäbchen nach seinem Essen fischt. Der Unterhaltungswert ist dementsprechend hoch 😀 Abgesehen davon ist es in seiner ursprünglichen Form höllisch scharf.

Es war mir mal wieder eine große Freude meine aktuelle Heimatstadt vorstellen zu können und ich hoffe ich konnte in der begrenzten Zeit doch einen guten Eindruck davon vermitteln, was es bedeutet in hier Shanghai zu leben 🙂

 

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