So … da gehe ich einfach davon aus, dass ich endlich wieder zum Schreiben komme und verspreche das auch noch … Schön blöd 😛 Aber: der zweite Teil meines Neuseeland Berichts ist endlich fertig! Wieder viel Text, nachdem letztes Mal keiner laut genug gejammert hat. Ich hoffe das Warten hat sich gelohnt, dieser Bericht enthält einige meiner besten Bilder von Neuseeland wie ich finde 🙂 Viel Spaß beim Lesen!
Tag 7: Greenstone und Wharariki Beach
Am Abend als wir ankamen sind uns in Takaka einige Künstler aufgefallen, welche ihre Arbeit in vielen kleinen Läden an der Hauptstraße anboten und so blieben wir den Morgen über dort, um uns etwas umzusehen. Ich hatte bereits vor dem Urlaub einiges über Neuseeländischen „Greenstone“ gelesen, ein harter, grüner Stein welchem die Maori große Bedeutung beimessen. Es handelt sich dabei im Allgemeinen um eine Art Jade welche traditionell als Schmuckstein, aber auch, dank der Härte, als Werkzeug und Waffe verwendet wurde. Heute ist Schmuck aus „Greenstone“ in Neuseeland allgegenwärtig und ein beliebtes Souvenir. Entsprechend groß und vielfältig ist das Angebot wobei man hier Vorsicht walten lassen sollte, da viele der günstigeren Angebote mittlerweile aus China stammen und wurden dort billig aus chinesischer Jade gefertigt wurden. Am anderen Ende der Preisspanne liegen von den Maori Tribes handgefertigte Stücke aus echter neuseeländischer Jade die gut und gerne mal das vierzig-fache kosten. Tatsächlich stellte sich Takaka im Nachhinein als gute Wahl heraus. Ich vermute, das liegt daran, dass der nahe Abel Tasman Park und der recht abenteuerliche Pass dafür sorgen, dass gar nicht so viele Touristen in Takaka ankommen. Die Preise waren echt vernünftig und die Produkte von Künstlern aus der Region und so bin ich hier zu meinem Toki gekommen.
Doch wir wollten nicht den ganzen Tag hier verbringen, sondern endlich was von den Stränden sehen die der Golden Bay ihren Namen geben und so machten wir uns auf deb Weg in den äußersten Nordosten der Insel, Richtung Farewell Spit. Der Farewell Spit ist eine ca 26 km lange Sandbank die wie eine Hafenmauer die Golden Bay vor der Tasman Sea schützt. Der Großteil ist Naturschutzgebiet und kann nur geführt betreten werden, weshalb wir darauf verzichtet haben ihn zu besuchen. Der Farewell Spit hat zudem den eher fraglichen Ruhm einer der Orte der Erde zu sein an dem die meisten Wale stranden. Im Februar diesen Jahres strandeten an einem Tag eine Gruppe von über 400 Wale. Tags darauf weitere 240. Die flachen Gewässer machen die Navigation via Echolot schwierig und während Ebbe zieht sich das Wasser bis zu 7 km von der Küste zurück. Weiter ging es über die ungeteerte schmale Landstraße zum Cape Farewell. Der Weg vom Parkplatz führt nur ein paar hundert Meter durch grüne Hügel auf welchen ein paar verstreute Schafe grasen, bis er abrupt an einer mehrere dutzende Meter hohen Klippe endet. Fast schon senkrecht stürzen die weißen Sandstein Klippen in das türkis-blaue Meer. Am Fuße der Klippen kann man ein paar Robben erspähen die durch das Wasser tollen oder sich auf den Felsen sonnen. Wir wanderten ein wenig über die Hügel, immer direkt an der Klippe entlang und konnten uns kaum satt sehen an dieser beeindruckenden Landschaft.
Nur ein paar hundert Meter weiter auf der Schotterpiste liegt ein Campingplatz, der Ausgangspunkt für eine kleine, halbstündige Wanderung zum Wharariki Beach (wird „Farariki“ ausgesprochen) Wharariki Beach wurde uns mehrfach wärmstens empfohlen und sollte uns nicht enttäuschen. Der Weg ist ähnlich wie zuvor, grüne Hügel, Schafe und diesmal noch ein kleiner Wald säumen den Weg und statt an einer Klippe endet er auf einer steilen Sanddüne. Von hier aus kann man den Großteil des Strandes überblicken. Einen halben Kilometer breit und gut zwei Kilometer lang erstreckt er sich vor uns. Unglaublich fein und weich, fast weiß in der Farbe und so flach, dass die Wellen weit auf den Strand hinauf laufen. Obwohl wir bereits am frühen Nachmittag angekommen sind verbringen wir den ganzen restlichen Tag hier und verlassen den Strand erst gegen Abend als die Sonne bereits tief am Horizont steht. Wir erkunden kleine Höhlen, finden einen versteckten Strandabschnitt, stoßen auf Robben die in einer Höhle schlafen und waren schon fast daran zu gehen, als uns jemand von Robbenbabies erzählt. Fast hätten wir sie verpasst! Ein Gezeitenbecken in welchem bei Ebbe das Wasser zurückbleibt ist die Kinderstube. Während die älteren Robben oben von Felsvorsprüngen aus zusehen tollt eine Gruppe von gut einem Dutzend Babyrobben durch das Wasser! Auch wenn ich solche Begriffe eigentlich nicht mag aber das war wirklich ein magischer Ort.
Auf dem Rückweg sind wir gerade noch so von der Schotterpiste gekommen bevor es dunkel wurde. Wir hatten vor wieder in Takaka zu essen und zu übernachten, allerdings erschien uns das dann doch als etwas weit doch zum Glück erinnerten wir uns an einen weiteren Tip: das Mussel Inn. Ein absolut sehenswertes und liebenswertes Lokal! Durch ein Tor gelangt man in den Biergarten in welchem ein großes Lagerfeuer gemütliche Stimmung verbreitet. Ein Baum an welchen alte Handys genagelt sind findet man hier ebenso wie kleine neuseeländische die Zwischen den Tischen herumhuschen um Krümel zu ergattern. Bestellt wird am Tresen, Steak und Pie. Der Pie hatte leider keine Chance gegen das wirklich gigantisch gute Steak … Nachdem wir hier doch länger verweilten als ursprünglich geplant (immer diese Lagerfeuer …) ging es frisch gestärkt weiter durch die Nacht.
Tag 8: Es ist dunkel und wir haben kein Pflanzenfutter!
Wir hatten beschlossen die Nacht zu nutzen und sind noch bis in den Nordosten der Golden Bay gekommen. Als wir ankamen war die Rezeption des Campingplatzes nicht mehr besetzt und wir konnten uns unseren Platz frei aussuchen – bezahlt wird dann am morgen sagte uns ein Schild. Ich mag dieses Grundvertrauen hier. Nachdem wir bezahlt haben geht’s weiter in den Norden vorbei am Tata Beach zum Wainui Walk. „Walk“ werden hier Wanderungen bezeichnet und können schnell mal ein paar Tage dauern und sehr ausgesetzt sein. Allerdings gibt es auch viele die an einem Tag oder in einer Stunde gemacht werden können so wie dieser. Wir folgen einem Flusslauf durch den dichter werdenden Regenwald zu einem Wasserfall.
Von einem heiligen Ort zum nächsten: zweiter Punkt heute ist eine Quelle. Die Waikoropupu Springs sind eine der saubersten Süßwasserquellen der Erde und den Maori seit langem heilig. Ihr Wasser ist so klar, dass man unter Wasser 63 Meter weit sehen kann, ein Wert der nur noch von einem weiteren See in Neuseeland und Gletscherseen in der Antarktis überboten wird. Zum Vergleich: Für Laborzwecke destiliertes Wasser hat eine Sichtweite von ca 80 Metern. Zudem sprudeln hier geschätzt 14.000 Liter pro Sekunde aus dem Boden. 14.000. Liter! Da fließt auf der einen Seite ein kleiner Bach rein und auf der anderen kommt ein Fluss wie die Wertach wieder heraus! Leider lies sich das unglaublich schwer in Bildern dokumentieren … Es sieht in einem Bild einfach nur aus wie ein See …
So faszinierend und schön es hier auch ist, es wird langsam Zeit die Golden Bay wieder zu verlassen. Dementsprechend nehmen wir den Takaka Hill ein weiteres mal in Angriff. Oben angekommen finden wir diesmal den Eingang zu den Höhlen welchen wir auf dem Hinweg verpasst hatten und bekommen sogar eine kleine Höhlenführung! Der Guide ist gut und gerne 70 Jahre alt und ein echtes Unikat. In der ersten Halle können wir ihm leider nicht mit Pflanzenfutter für die von der meterhohen Decke hängenden Wurzeln aushelfen und so ziehen wir tiefer hinab in die Dunkelheit. Wir stoßen auf Knochen eines Moas (gigantische Laufvögel … gut zwei Meter hoch, bis zu 240 Kilo schwer, im 14. Jh. ausgestorben) , welcher wohl in der Höhle verunglückt ist und unser Führer führt uns anschließend eindrucksvoll vor Augen wie dunkel es hier wirklich ist … Man sieht wirklich absolut nichts und so sind wir froh nach ein bisschen Kletterei durch einen engen Schacht wieder ans Tageslicht zu kommen. Etwas flau im Magen ist uns dann doch als wir realisieren, dass dieser Schacht hier nur einer von vielen ist. Wir achten in Zukunft noch besser darauf, wo wir hintreten, denn nichts, aber auch wirklich nichts, lässt einen vermuten, dass man hier gut fünf Meter tief in absolute Finsternis stürzen könnte (übrigens der Weg auf dem dieser Eingang gefunden wurde …)
Am Fuße des Takaka Hill angekommen entschließen wir uns für einen Abstecher nach Kaiteriteri, dem Tor zum Abel Tasman Park für die Meisten. Kaiteriteri ist eine ehemalige Maori Festung. Malerisch an einer geschützten Bucht gelegen und von steilen Kalksteinbergen umgeben liegt es am süd-östlichen Rand des Abel Tasman Parks. Wir beschließen hier bei diesem Blick unser Abendessen zu genießen 🙂

Tag 9: Drive drive drive! Westward Ho!
Heute geht’s auf in den Westen, gut 200 km liegen vor uns! Zunächst geht es erstmal den Highway 6 entlang, vorbei an den Nelson Lakes zurück nach Murchison. Von dort aus folgen wir dem Buller River Richtung Westen. Nicht weit von Murchison entfernt liegt Buller Gorge, eine Flussschlinge des Buller. Hier kann man sich mit Speedbooten durch die Schlucht fahren lassen, Superman like an einem Seil über den Fluss rasen oder auch einfach nur durch den Urwald wandern. Interessant waren vor allem die Informationen die man über den Flussabschnitt bekommen hat. Zum Beispiel, dass das Wasser gut und gerne mal bis zu 17 Meter ansteigen kann … Sprich über das Niveau der hoch über dem Fluss liegenden Straße!
Nach der kleinen Wanderung folgen wir dem Fluss weiter bis zur Westküste. An der Mündung des Buller liegt Westport, eine kleine Stadt von der wir uns eigentlich einige Hinweise zur Region erhofft hatten. Scheinbar waren wir da von unseren bisherigen Tourist Information Centers zu verwöhnt oder es gibt hier wirklich einfach nicht viel zu sehen, jedenfalls verließen wir Westport eher unbefriedigt und beschlossen den frühen Abend noch zu nutzen indem wir noch ein paar Kilometer zu Cape Foulwind fahren. Hier gab es wieder eine schöne, allerdings wildere Küste und Robben. Diesmal allerdings erwachsene Robben, aber sehr selbst.
Den Abend ließen wir dann mit einem Subway Sandwich als Abendessen am Strand von Westport ausklingen.
Wie man sieht war es allerdings etwas kalt und Horizont zog auch noch einen Sturm auf … Entsprechend zogen wir uns bald zurück in unseren Camper 🙂
Tag 10: Westcoast macht ihrem Ruf alle Ehre …
Was soll ich sagen … Der Sturm war keine Einbildung und so begrüßt uns der Morgen mit Regen, Regen und noch mehr Regen. Das sollte sich den ganzen Tag über leider auch nicht mehr ändern. Wir versuchen das Beste daraus zu machen und fahren weiter Richtung Süden. Wir stoßen in ehemaliges Goldgräber-Gebiet vor und finden ein kleines privates Museum zu dem Thema. Den Eingang bildet eine kleine, urige Holzhütte in welcher ein Ofen angenehme Wärme verbreitet. Nur … Es ist niemand hier … Ein Schild bittet einen in diesem Falle den Eintritt in einem Briefkasten zu deponieren. Durch die Hintertüre gelangt man direkt in den hier typischen dichten Regenwald hinein in das ehemalige Minengebiet. In den alten Stollen ohne Licht finden wir das erste mal Glowworms. Dabei handelt es sich um das Larvenstadium einer winzigen Fliege die als Fliege nur wenige Stunden lebt. Die Larven leben als kleine Gruppen an Höhlendecken und fangen mittels klebriger Fäden ihre Beute. Man geht davon aus, dass sie mit ihrem bläulichen Leuchten einen Sternenhimmel simulieren und ihren Opfern damit einen Ausweg aus der Dunkelheit vorgaukeln. Diese Gruppe leuchtender Insekten kommen ausschließlich auf Neuseeland und Australien vor. Abgesehen von dunklen Tunnels und altem Werkzeug gibt es hier noch einen kompletten Stampfer zu sehen. Stampfer wie dieser wurden häufig mit Wasserkraft angetrieben und zerkleinerten das geförderte Gestein zu Sand welcher anschließend nach Gold durchsucht wurde. Am Ende unserer Tour stoßen wir dann tatsächlich auch auf den Inhaber des Museums welcher uns noch ein bisschen mehr zu den Hintergründen der Goldsucher erzählt und gibt uns eine echte, hier geförderte Unze Gold zum Anfassen. Erstaunlich schwer für ein solch kleines Volumen.

Weiter die Küsten entlang stoßen wir auf ein bekanntes Naturschauspiel der Westküste: die sogenannten Pancake Rocks, eine Formation von Felsen die aussehen wie ein Stapel Pfannkuchen wie man sie von typisch amerikanischem Frühstück kennt. Das Wetter ist allerdings richtig mies und so sind wir bereits Minuten nachdem wir Baymax verlassen haben klatschnass. Am beeindruckendsten ist hier wohl das Blowhole aus welchem wie bei einem Geysir das Wasser meterweit herausschießt.
Und weiter geht’s. Wir kommen erstaunlich gut voran, könnte daran liegen, dass man bei dem Regen und Grau kaum was sieht und ich deswegen nicht alle 200m rechts ranfahre (ranfahren muss …) um Fotos zu machen 😉 Ah … kleine Randnotiz: So oder so ähnlich sah ein Großteil der Westküste bisher aus. Im Inland dichter Regenwälder oder Messergras, dahinter hohe Berge und die Küste steil und kaum geeignet irgendwo zu ankern. Dazu Unmengen an Niederschlag und extrem nervige Insekten die Sandflies, eine winzige Mücke die unglaublich nervig juckende Stiche verursacht und in solchen Mengen auftritt, dass einem stellenweise nur die Flucht bleibt. Zum Glück fliegen sie nicht sonderlich schnell. Eine „beliebte“ Variante hier Handel zu treiben war, neben den wenigen schiffbaren Buchten, mit dem Schiff nah an die Steilküste heran zu fahren und dann über eine Strickleiter die Küste zu erklimmen. Guckt nochmal auf die Bilder oben. Ich mag gar nicht wissen wie viele dabei ihr Leben gelassen haben … Aber was macht der Mensch nicht alles für Gold. Aber zurück zu unserem Trip, wir stolpern plötzlich über ein Schild auf dem Barrytown Knifemaking steht. Eine warme Schmiede und sein eigenes Messer schmieden klingt nach einer hervorragenden Beschäftigung für einen verregneten Tag! Allerdings müssen wir feststellen, dass die Schmiede deutlich mehr Zulauf hat als wir für diese entlegene Ecke von Neuseeland erwartet hätten … Sie sind über eine Woche im Voraus komplett ausgebucht, aber wir dürfen trotzdem einen kurzen Blick darauf werfen was in dem Kurs so gemacht wird. Die Ergebnisse der aktuellen Gruppe sehen echt vielversprechend aus! Unverrichteter Dinge ziehen wir weiter und landen nach einigen recht abenteuerlichen Abschnitten, immer hart an der Steilküste entlang, in Ross, einem Nest gefühlt am Ende der Welt. Der hiesige Campingplatz ist an ein altes Hotel angegliedert, welches passend „Historic Empire Hotel“ benannt ist. In der sehr ursprünglichen Gaststube sitzen scheinbar ausschließlich Einheimische am Tresen, der Wirt wird mit Vornamen angesprochen, ein Feuer prasselt in einem großen, gemauerten Kamin. Wir sind also endgültig an der berüchtigten Westküste angekommen 🙂
Wie ich später feststellen musste haben wir an diesem Tag leider Hokitika Gorge verpasst … Die stand eigentlich auf meiner ToDo Liste zwecks des unglaublich türkisen Wassers. Aber wäre bei dem Wetter vermutlich auch nicht so schön gewesen wie ursprünglich erhofft.
Tag 11: Franz Josef! und mehr Regen …
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Franz Josef bzw. einem Ort hauptsächlich bekannt für den gleichnamigen Gletscher vor der Haustür. Falls ich es gelegentlich vergessen sollte es zu erwähnen: es regnet übrigens immer noch, oder schon wieder? Man weiß es nicht so genau. Nach einer eher unspektakulären Fahrt durch Einheitsgrau kommen wir gegen Mittag in Franz Josef an und schlagen zuerst beim dortigen Tourist Information Center auf. Eigentlich hatten wir vor uns mit dem Helikopter auf den Gletscher fliegen zu lassen um dort eine geführte Gletscherwanderung zu machen, wie bereits vermutet macht das bei dem Wetter allerdings wenig Sinn. Man sieht die Berge noch nicht einmal. Wir beschließen den Tag über hier zu bleiben und auf besseres Wetter zu hoffen und checken in lokalen Campingplatz ein. Ich finde wir haben uns einen guten Parkplatz ausgesucht, was meint ihr?

Wir machen noch ein paar Pläne für die nächsten Tage und begeben uns dann in die örtliche Kiwi-Aufzuchtsstation die zugleich Westcoast- und Gletscher-Museum ist. Leider darf man die Kiwis nicht fotografieren … Sie sind nachtaktiv, entsprechend dunkel ist es in ihrem Gehege und Blitze würden sie logischerweise verstören. Es ist faszinierend wie nahe man an sie herankommt. Auch ihre Rufe sind völlig anders als für so einen, fast hühnerartigen Laufvogel erwartet, seltsam sanft und hoch. Oh und sie riechen lustig. Ein bisschen wie Pilze … erdig … Außerdem erfahren wir hier, dass es in Franz Josef im Jahr 6-8 Meter Regen pro m² fällt. Nur so zum Vergleich, Augsburg hat zwischen 600 und 800 ml pro m² … Wir reden hier von dem zehnfachen! Ein entsprechendes Glücksspiel ist es hier einen Sonnentag zu erwischen … Nachdem wir immer noch viel vom Tag übrig haben beschließen wir endlich mal ein bisschen Wäsche zu machen und gehen abends in das an den Campingplatz angeschlossene Restaurant. Dessen Bar hat mich mit ihrem Motto einfach überzeugt: „It Rains, We Pour!“ 😀 Wie wir feststellen müssen scheint das auch der Platz zu sein an dem die ganzen Kiwi Busse halten, entsprechend jung ist das Publikum und ausgelassen ist die Stimmung. Kiwi Busse sind quasi sowas wie die Hop-On-Hop-Off Touristenbusse in größeren Städten – nur für ganz Neuseeland. Günstig und mit quasi Party-Garantie sind sie eine beliebte Variante für Studenten Neuseeland zu bereisen. Man mag es kaum glauben, aber es hat aufgehört zu regnen!
Tag 12: Gletscher und das Ende der Welt.
Am nächsten Morgen sieht die Welt schon gleich anders aus! Die Sonne scheint und kämpft sich durch die Wolken in den Bergen! Wir versuchen noch einmal den Flug auf den Gletscher zu bekommen, haben allerdings keinen Erfolg. Die Wettersituation würde es zwar ermöglichen zu landen, ist aber nicht stabil genug um zu garantieren, dass man nach drei Stunden auf dem Gletscher auch wieder abgeholt werden könne. Mit typisch Neuseeländischem Humor wird uns erklärt, dass sie in so einem Fall eher ungern fliegen. Sie wollen es vermeiden, dass Touristengruppen auf dem Gletscher festsitzen und sich nach ein paar Tagen beginnen zu kannibalisieren, da der nächste Heli sie nicht erreichen kann. Dann halt zu Fuß. Leider kommen wir nicht so nahe an den Gletscher heran wie erhofft aber wir sind froh, dass wir doch noch einen guten Blick auf den Franz Josef Glacier bekommen.
Der Franz Josef Glacier ist einer der am schnellsten fließenden Gletscher der Welt. Bis zu 70cm pro Tag! Das ist ca. 10 mal schneller als für Gletscher sonst üblich. Entsprechend schnell reagiert er auf Klimaveränderungen und hatte im vergangenen Jahrhundert nicht nur Perioden in denen er sich zurückzog sondern auch mehrere in denen er wieder tiefer in das Tal vorgestoßen ist. Zudem muss man sich vor Augen halten, dass dieser Gletscher bis in den Regenwald vordringt und vor ca. 10.000 Jahren sogar noch das Meer erreicht hat. Nach unserer kleinen Tour machen wir uns wieder auf und fahren weiter in den Süden. Den Fox Glacier, quasi der weniger bekannte Bruder des Franz Josef Glacier mit ähnlichen Eigenschaften, lassen wir links liegen. Ein Gletscher muss reichen. Wir folgen der Westküste und stoßen auf einen nahezu unberührten Strandabschnitt in einem Naturschutzgebiet, welches eingerichtet wurde, bevor die ersten westlichen Siedler in die Region vordringen konnten. Der Strand ist also quasi unberührt.


Sieht man die kleinen weißen Steine? Die waren echt faszinierend … Wirklich völlig makellos weiß. Einige Kilometer weiter erreichten wir schließlich unser letztes Ziel für diesen Tag: Ship Creek. Ship Creek heißt so, weil hier einst ein Schiffswrack gefunden wurde von dem sich keiner erklären konnte wie es hier gelandet war. Es stellte sich heraus, dass das Schiff vor Australien verunglückte und die starken Meeresströmungen in der Tasman See es hier her getrieben haben. Das Wrack ist schon lange nicht mehr hier aber wir sind auch eigentlich wegen des Strandes und einem kleinen Walk durch den hiesigen Wald gekommen. Leider war der Tag bereits sehr weit fortgeschritten und so verschoben wir die Moorwald-Wanderung auf den nächsten Tag und erkletterten lediglich den Aussichtsturm. 
Wir beschlossen am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang wieder zu kommen. Noch ahnten wir nicht wie gut diese Entscheidung sein sollte …
Hallo, das wird ja immer noch besser. Super Fotos. Wir sind schon gespannt wie es weitergeht. Text ist nicht zuviel – man ist richtig dabei.
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