Tag 13: Delphine und der wohl coolste Campground!
Wie bereits erwähnt ging es echt früh aus dem Bett. Wir schafften es tatsächlich vor Sonnenaufgang wieder an dem Parkplatz zu Ships Creek zu sein und sogar das Wetter spielte mit. Aber der eigentliche Hit war eine Schule von Delphinen die den Strand auf und ab geschwommen ist! Leider bin ich daran gescheitert ein brauchbares Bild von ihnen zu machen und, wie um mich aufzuziehen fingen sie gerade als ich aufgegeben und die Kamera eingepackt hab an aus dem Wasser zu springen. Naja müsst ihr euch halt mit Natur begnügen 😉
Aber wir waren ja nicht nur wegen des Strands hier. Der sumpfige Küstenwald stand noch auf dem Programm. Über Holzstege führte der Weg durch gewaltige Bäume und dichtes Grün. Alles war mit Moos bedeckt und überall sah man kleiner Flüsse und Bäche mit klarem, braunen Wasser.
Der letzte Ort im Süden der Westküste für uns ist Haast. Man hat das Gefühl wirklich am Ende der Zivilisation angekommen zu sein. Um die 50 Häuser, ein kleiner Supermarkt, halbleere Regale, Sprit kostet 20 cent extra, die nächste größere Ansiedlung die den Namen „Stadt“ verdient ist 150 km entfernt. Notgedrungen tanken wir und ziehen weiter. Sollte jemand mal diesen Trip wiederholen wollen rate ich in Franz Josef zu tanken. Da war es zwar auch teuer, aber nicht so teuer. Wir verlassen die Küste und folgen dem Haast River in die Berge. Ziel: Lake Wanaka, Heimat des wahrscheinlich am meisten fotografierten Baums der Welt. Macht euch den Spaß und googelt einfach mal Wanaka Tree. Aber zuerst ein paar Bilder von der Fahrt 🙂
Nächster Zwischenhalt ist der Blue Pools Walk. Eine kleine, einstündige Runde zu zwei tief blauen Wasserbassins. Der dichte Wald drum herum, das tiefblaue Wasser zusammen mit der tief stehenden Sonne, man fühlt sich hier tatsächlich ein bisschen wie als wäre man in Mittelerde 🙂
Kurz darauf erreichen wir Lake Wanaka. Auf halbem Weg den See entlang befindet sich eine kleine Halbinsel auf der sich einzig und allein ein kleiner DOC Campingplatz befindet. Wir halten, eigentlich nur um kurz ein zwei Bilder zu machen aber finden es hier so schön, dass wir beschließen für den Rest des Tages einfach da zu bleiben. Am Ufer des Sees hat jemand aus Treibholz einen Windschutz gebaut den wir dankbar nutzen. Wir verbringen den restlichen Nachmittag lesend am Ufer und genießen die Aussicht bis die Sonne untergeht und sich der Sternenhimmel über uns erstreckt. Hier, fernab jeglicher Lichtverschmutzung und mit so klarer Luft ist der Anblick einfach unglaublich beeindruckend!
Tag 14: Dunkle Wolken, berühmte Bäume
Der Morgen beginnt leider sehr düster und zugezogen. Wir fahren weiter Richtung Wanaka, der kleinen Stadt am süd-östlichen Ende des Sees. Dazu müssen wir einen kleinen Pass queren der Lake Wanaka von Lake Hawea trennt. Beide Seen liegen in tief in die sie umgebenden Berge eingegrabenen, quasi parallelen Tälern die diesen ziemlich Morgen wolkenverhangen sind.
Ich ärgere mich ein wenig, nicht am Abend noch nach Wanaka weitergefahren zu sein. Der Baum hätte bei Sonnenuntergang und schönem Wetter vermutlich ein besseres Fotomotiv abgegeben. Aber erstmal abwarten. Es sollte länger dauern als gedacht und so erreichten wir Wanaka erst gegen Mittag. Wir parken Baymax an vorderster Front vom Ufer nur durch eine Reihe hoher Bäume getrennt und essen erstmal zu Mittag. Der See hat am Ende des Sommers leider einen relativ niedrigen Wasserstand und so steht der Baum nicht wie üblich im Wasser sondern im Matsch … Ich hoffe man kann trotzdem erkennen warum das so ein beliebtes Motiv ist 🙂
Wir fahren weiter über den Crown Range Pass Richtung Queenstown. Super Aussicht und einer der steilsten Pässe die wir gefahren sind! Zum Glück relativ leer … Die meisten nehmen wohl den Highway der zwar etwas länger, dafür aber deutlich schneller ist.

Auf der anderen Seite angekommen machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Arrowtown. Arrowtown ist so ziemlich das was ich mir unter dem Klischee einer amerikanischen Goldgräberstadt vorstelle. Die Straßen sind gesäumt von wunderschönen, alten Bäumen, alle voll mit gelbem Herbstlaub. Leider liegt Arrowtown am Süd-Ostrand eines Gebirges und so ist die Sonne Nachmittags etwas früher weg als gehofft … Wir erkunden noch einen Drehort von Herr der Ringe (hier ist die Furt an der die Nazgul von den Fluten verschlungen werden während Frodo dahinsiecht) und machen uns dann auf den Weg nach Queenstown, dem eigentlichen Ziel für heute.
Queenstown, selbsternanntes Adventure Captial der Welt. Entsprechend viel wird einem hier geboten. Rafting in verschiedensten Schwierigkeitsgraden in verschiedenen Flüssen der näheren Umgebung, Bungeejumping, Paragliding, Speedboot-Touren aber auch Onsen Pools und geführte Wanderungen sind nur ein paar der Optionen. Im Winter ist es noch dazu einer der beliebtesten Skiorte Neuseelands. Entsprechend gibt es hier diverse, gut sortierte Läden für Andenken, Outdoor Equipment und so weiter. Wir werden schwach und schlagen bei einem Sale im Khatmandu zu … Sehr angenehm mal wieder einfach Kleidung einkaufen zu können, in China ist das ja eher etwas schwierig 😀 Was uns hier wiedermal auffällt ist wie unglaublich freundlich und hilfsbereit jeder ist. Wir werden auf Anhieb mit super Tips für Restaurants und Aktivitäten versorgt. Einen dieser Tips überprüfen wir noch am selben Abend und den kann ich direkt weitergeben: Fat Badgers Pizza! Richtig gut! Zurück im Camper gehen wir früh schlafen. Der Tag war lang und Morgen steht ein Ausflug mit Speedboot und Kayak an, da wollen wir fit sein.
Tag 15: Queenstown, verlorene Geldbeutel und Regen …
Na super … Regen … Ein schwacher aber stetiger Nieselregen hat über Nacht eingesetzt und alles ist grau in grau. Die Berge verschwinden hinter tief hängenden Wolken. Wir beschließen den Tag hier auszusitzen und den Ausflug auf den nächsten Tag zu verschieben was auch ohne Probleme ging. Noch kurz den Stellplatz verlängern und dann frühstücken! Äh … Moment … Wo war noch gleich der Geldbeutel?!? Nach ner halben Stunde zunehmend panischer Suche wird klar, im Camper scheint er nicht zu sein … und beide Kreditkarten sind im selben Geldbeutel. Schöner Mist. In den Restaurants und Shops die wir am Vorabend besucht hatten ist auch nichts aufgetaucht. Man macht uns allerdings Mut, in Queenstown verschwinde eigentlich nichts, der würde bestimmt wieder auftauchen. Der Tag vergeht mit Suchen und Suchen und Nachfragen und mehr Suchen. Am Ende des Tages kennen wir auch die letzte Ecke und Ritze von Baymax und, zu meiner großen Erleichterung werden wir bei der Polizei fündig. Jemand hatte ihn auf der Straße gefunden und dort abgegeben. Hab ich schon erwähnt wie sehr ich die Mentalität der Leute in Neuseeland mag? 😀 Jetzt wo das Geld wieder da ist muss es natürlich auch ausgegeben werden … oder so … Wir steuern einen lokalen Schmuckladen an den wir am Abend zuvor bereits erkundet hatten. Werkstatt im ersten Stock, Verkaufsfläche im Erdgeschoss. Wir besorgen zwei Jadearmreife, welche in China sehr beliebt sind, für Beckys Tante. Eigentlich hatten wir ja vor zu kochen aber nach dem ganzen Stress heute ist ein ordentliches Steak das genau richtige. Uns wurde das Flame empfohlen und wir werden nicht enttäuscht, ist definitiv einen Besuch wert. Das einzige brauchbare Bild was in diesem Zeitraum von Queenstown entstand ist das von dem historischen Damper TSS Earnslaw, welcher immer noch regelmäßig zwischen Queenstown und Walter Peak verkehrt.

Tag 16: Funyaks und Glenorichy
Dieser Morgen sieht schon deutlich besser aus! Kein Regen, kaum Wolken, perfekt für unseren Ausflug! Wir werden im Stadtzentrum abgeholt und mit einem Buss den Lake Wakatipu entlang nach Glenorchy gefahren.
Lake Wakatipu ist überraschend tief: 380 Meter! Zusammen mit der schieren Größe sorgt das dafür, dass das Wasser selbst im Sommer eigentlich nie wärmer als 11°C wird. Baden ist also eher was für Hartgesottene. Die Straße den Wakatipu See entlang ist noch gar nicht so alt. Sie wurde erst 1962 eröffnet und bis dahin musste so ziemlich alles per Schiff nach Glenorchy gebracht werden. In Genorchy angekommen wechseln wir erstmal in sehr kleidsame Neoprenanzüge bevor es auf die Speedboote geht. Mit diesen fahren wir den Fluss hinauf in den Mount Aspiring National Park. Der Fahrer erklärt uns, dass wir einen guten Tag erwischt haben. Der Regen hat den Fluss etwas anschwellen lassen und es gibt einige neue Routen die es zu erkunden gilt! Und so rasen wir mit Die rasante Fahrt führt durch stellenweise gerade mal 10-20cm tiefes Wasser, gelegentliches Aufsetzen und 360° Turns inklusive.
Nach der gefühlt viel zu kurzen, spaßigen Fahrt wechselten wir in unsere Kayaks und, nach einer kurzen Einführung, paddelten den breiten Fluss zurück. Nach einer kleinen Mittagspause (mit leckerem Schokokuchen!) am Flussufer begann der eigentlich anstrengende Teil. Wir paddelten gegen den Strom in ein enges, kleines Seitental. Wieder zurück im Hauptfluss ging es weiter den Fluss hinunter, durch kleine Stromschnellen, vorbei an der ein oder anderen Untiefe zum Treffpunkt an einer Kiesbank wo wir von einem geländegängigen Bus aufgesammelt wurden.
Es folgte eine Fahrt durch ein Gebiet namens „Paradise“ welches als Kulisse für diverse Filmen diente. Unter anderem starb hier Boromir durch einen Pfeil im Wald, Isengard wurde hier errichtet, Wolverine rannte nackt über die Wiesen zu einer Scheune und brachte anschließend einen Helikopter zum Absturz. Leider machten wir keine Fotostops 😦 Zurück in Glenorchy wechselten wir in wieder in unsere trockenen Klamotten und warteten bis uns der Bus zurück nach Queenstown brachte. Alles in allem waren wir gut 7 Stunden unterwegs 🙂 Während es in Glenorchy gegen Ende etwas zugezogen hat war in Queenstown noch immer bestes Wetter. Wir beschlossen das zu nutzen und der Aussichtsplattform einen Besuch abzustatten. Perfektes Timing für einen wunderschönen Sonnenuntergang!
Oh und die Luge möchte ich nicht unerwähnt lassen. Eine kleine Kartrennbahn und echt n Haufen Spaß oben direkt bei der Aussichtsplattform 🙂