Jiuzhaigou

Nach einigen Monaten nur in der Stadt war es im letzten Herbst Zeit endlich mal wieder raus zu kommen. Natur stand auf dem Plan, blauer Himmel und frische Bergluft sollte es sein. Gar nicht so einfach in diesem eigentlich gewaltig großem Land. Letztlich fiel die Wahl auf Jiuzhaigou, das „Tal der neun Dörfer“. Jiuzhaigou ist ein Naturschutzgebiet welches zwei Täler samt umgebende Gebirge umfasst. Die Täler liegen zwischen rund 2000m und 4000m Höhe und werden von bis zu 4558m hohen Bergen eingerahmt. Es befindet sich ziemlich genau in der Mitte von China, in der Sichuan Provinz, ca 300 km nördlich von Chengdu oder 430km westlich von Xi’an.

jiuzhaigou

Erreichen kann man es entweder mit einem (unglaublich teuren) Direktflug nach Jiuzhaigou oder mit dem Bus über eben Chengdu bzw. Xi’an. Die Wahl fiel letztlich auf den Bus von Chengdu da sich das mit einem Besuch bei den Pandas verbinden lies. Der Bus verlässt Chengdu in nordwestlicher Richtung und verschwindet bald in Tunnels und Tälern. Der Smog der Großstadt und der Ebene um Chengdu verschwindet bald hinter hohen Bergkämmen und tiefen Tälern. Über 10 Stunden schlängelt sich der Bus durch eine echt beeindruckende Berglandschaft immer höher bis wir auf der tibetischen Hochebene ankommen. Leider hält der Bus nur in drei ziemlich unansehnlichen Locations so das ich von der echt interessanten Fahrt keine Bilder habe … Interessant zu sehen war, wie sich die Lebensweise der Menschen ändert je weiter man von den großen Städten weg kommt. Die Kleidung wird traditioneller, es werden Pferde über die Straße geführt, die Häuser wirken individueller, es gibt signifikant weiger Wohnblöcke und Einheitshäuser in diesen Gebieten und auch die sogenannten „Nailhouses“ konnte ich hier nicht finden. Alles in allem ein gefühlt ursprünglicheres, originaleres China abseits der ausgetretenen und überzeichneten touristischen Attraktionen. Auf dem Weg von der Hochebene hinab nach Jiuzhaigou zeigt sich dann wieder der Tourismus. Große neu gebaute Hotelanlagen säumen immer dichter die Straße hinein in die kleine Stadt am Eingang des Nationalparks. Am nächsten Morgen geht es das erste mal in den Park. Der Ticketverkauf beginnt ab 7 Uhr, um 6:30 ist die Schlange an den Ticketschaltern bereits so lang, dass die aufgestellten Zäune nicht mehr ausreichen um die Menschen geordnet hinein zu leiten. Wie üblich wird gedrängelt und geschoben was geht, einer kauft seine Tickets direkt bei einem der Wächter, wohl mit ein bisschen Aufpreis. Aber was soll ich sagen, es ist einigermaßen normal für eine AAAAA Attraktion in China und wenn man es weiß kann man sich darauf einstellen und es hat sich definitiv gelohnt wie ihr sehen könnt!

Jiuzhaigou ist berühmt für sein kristallklares Wasser und die vielen kleinen und großen Wasserfälle. Das ganze Tal ist durchzogen von flachen Flussläufen die sich in Sinterbecken sammeln. Die meisten der Seen sind zwischen 5 und 15 Meter tief, der größte über 100 Meter und in so gut wie allen kann man bis auf den Grund sehen, so klar ist das Wasser. Ein wirklich wunderschöner Fleck Natur, welcher einen für den ganzen Trubel durchaus entschädigt. Zum Glück wurden hier auch die sonst allgegenwärtigen Souvenirshops  an wenigen Orten konzentriert und aus dem restlichen Park verbannt und so bald man sich einige Meter von den Busstationen entfernt nimmt auch die Menge an Besuchern deutlich ab. Die großen Sehenswürdigkeiten werden von Bussen angefahren, so dass man bequem von einem Punkt zum nächsten kommt wenn man denn möchte. Ich fand die hölzernen Wege welche den Park als ein weitläufiges Netz überspannten jedoch deutlich anziehender, vor allem auch, da sich dort die Masse an Touristen wesentlich besser verlaufen hat als an den Stationen.

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